Mit einer Foto-Webcam gestochen scharfe Fotos vor Ort

Andreas Räber

«Schneebedeckte Strasse führt zu Verkehrschaos am Gotthard», «Neue Fotowebcam liefert einzigartiges Stadt- und Bergpanorama», «Der Blick zum Brocken», «Winter sendet nochmal Schneefälle», «Stürmisch, Schnee und kalt» – diese Titelsammlung liefert mir Google News auf meine Suche nach dem Begriff Foto-Webcam.

Bequem von zu Hause oder vom Büro aus sehen, wie das Wetter und die Strassenzustände – zum Beispiel am Gotthard – aktuell sind. Die Digitalisierung macht vieles möglich. Ein weiterer Vorteil: Müssen wir ins genannte Gebiet reisen, zum Beispiel wenn wir Ferien haben, können wir uns besser vorbereiten und falls nötig auf eine andere Route ausweichen.

Wissen, was wo läuft.

Dabei sein, ohne vor Ort zu sein, vorzeitig informiert sein und besser planen können: Diese Vorteile sind dank sogenannter Foto-Webcams möglich, die direkt beim Geschehen oder in dessen Nähe installiert sind.

«Gestochen scharf, Fotografie neu definiert»

Schreibt zum Beispiel die Firma Avisec AG im aargauischen Remetschwil auf ihrer Webseite. Der Spezialist für Foto-Webcams zeigt die enormen Möglichkeiten einer Webcam auf:

  • Gestochen scharfe Fotos vom Ablauf auf einer Baustelle rund um die Uhr.
  • Hervorragende Bilder von Tieren in der freien Natur.
  • Bilder von Sportanlässen – just in time – zur Redaktion senden.
  • Kein mühsames Herumtragen von schwerem Foto-Equipment.

Beispiel einer Webcam von Avisec.

Eine Foto-Webcam ersetzt den Menschen vor Ort

Wirklich? Was ist, wenn die Bilder unscharf sind? Wenn es Nacht wird oder wenn Personen auftauchen (Datenschutz)? Die moderne Technik macht es möglich. Eine Foto-Webcam startet automatisch  bei Tagesbeginn und stoppt bei Dunkelheit. Sie meldet, wenn Bilder unscharf sind und wenn sie keine Bilder mehr senden kann. Personen werden erkannt und automatisch entfernt. Auch die Qualität lässt nichts zu wünschen übrig: 37 Megapixel. Als Vergleich dazu: Eine gute Vollformat-Kamera liefert eine Auflösung von zirka 24 Megapixel.

Das bedeutet in seiner Konsequenz, dass Naturfotografen in Zukunft Tiere von zuhause aus fotografieren können. Wirklich? Und wollen sie das auch?

Etwas erreichen und selbst erleben als Spassfaktor

Eine Foto-Webcam wird uns vermutlich tatsächlich viele gestochen scharfe Bilder von Tieren liefern, die wir uns bis heute nicht mal vorstellen können. So die Tiere dann auch wirklich genau vor die Linse laufen und sich auch im rechten Blickwinkel platzieren. Oder so, dass man auch den Nachwuchs sieht. In Reih und Glied. Natürlich nur in den seltensten Fällen. Obwohl man gewisse Dinge planen kann. Mit der entsprechenden Platzierung von Nahrung und verschiedener Webcams. Trotzdem werden wir uns auch mit der Foto-Webcam an viel Ausschuss-Fotos gewöhnen müssen.

Eine weitere Anfrage an die moderne Technik ist das fehlende Erlebnis. Wer gerne Tiere fotografiert, weiss um die enorme Freude, wenn einem ein Schnappschuss gelungen ist.

Hat man ein Bild von einem Tier geschossen, ist man gefühlsmässig viel näher dran, als wenn das von zuhause aus automatisch geschieht.

Wenn die langwierige Vertrauensarbeit – zum Beispiel gegenüber Rehen – aufgebaut ist und diese Tiere bei unserem Anblick nicht mehr flüchten: Dieses Glücksgefühl ist unbeschreiblich. Nebst einer guten Ausrüstung braucht es besonderen Einsatz und viel Geduld. Dies wird uns mit der Nutzung einer Foto-Webcam genommen.

Beim Strassenzustand, wie zum Beispiel im Stau, verhält es sich anders. Dort wollen (!) wir nicht vor Ort sein.

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